Schülerjury kürte die drei Sieger der Philosophieolympiade

Phulosophie

Auch in diesem Schuljahr nahmen Schülerinnen und Schüler aus 7. und 8. Klassen am Schulwettbewerb der Philosophieolympiade teil. Dabei ging es darum, zu einem philosophischen Kurzzitat einen Standpunkt einzunehmen, der möglichst sachkundig und überzeugend für den Leser argumentiert wird. Folgende Zitate standen in diesem Jahr zur Wahl:

1. Es gibt keinen vorgezeichneten Weg, der den Menschen zu seiner Rettung führt; er muss sich seinen Weg unablässig neu erfinden. Aber er ist frei, ihn zu erfinden, er ist verantwortlich, ohne Entschuldigung, und seine ganze Hoffnung liegt allein in ihm. (Sartre im Interview mit Christian Grisoli: „Entretien avec Jean-Paul Sartre“, Paru 13, Dez. 1945, S. 5-10)

2. Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüt einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das Opium des Volks. (Karl Marx: Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie. MEW [Marx-Engels-Werke], 1, S. 378)

3. Der Terror des Gleichen erfasst heute alle Lebensbereiche. Man fährt überallhin, ohne eine Erfahrung zu machen. Man nimmt Kenntnis von allem, ohne zu einer Erkenntnis zu gelangen. Man häuft Informationen und Daten an, ohne Wissen zu erlangen. Man giert nach Erlebnissen und Erregungen, in denen man aber sich immer gleich bleibt. Man akkumuliert Friends und Follower, ohne je einem Anderen zu begegnen. Soziale Medien stellen eine absolute Schwundstufe des Sozialen dar. (Byung-Chul Han: Die Austreibung des Anderen. Gesellschaft, Wahrnehmung und Kommunikation heute. Frankfurt/Main, 2016, S. 9)

4. Wer von der Natur begünstigt ist, sei es, wer es wolle, der darf sich der Früchte nur so weit freuen, wie das auch die Lage der Benachteiligten verbessert. […] Niemand hat seine besseren natürlichen Fähigkeiten oder einen besseren Startplatz in der Gesellschaft verdient. Doch das ist natürlich kein Grund, diese Unterschiede zu übersehen oder gar zu beseitigen. Vielmehr lässt sich die Grundstruktur so gestalten, dass diese Zufälle auch den am wenigsten Begünstigten zugute kommen. (John Rawls, Eine Theorie der Gerechtigkeit, Frankfurt/Main 1990 S. 122)

Insgesamt wurden 23 philosophische Essays verfasst. Dabei wurde die Juryarbeit von den Schülerinnen und Schülern des WPF Philosophie durchgeführt, die nach den fünf Bewertungskriterien des Wettbewerbs (1. Konzentration (Fokussierung) auf das Thema – 2. Kohärenz (innere Stimmigkeit) der Arbeit – 3. argumentative Überzeugungskraft – 4. Philosophiekenntnisse (aber nicht isolierte Wissenswiedergabe – 5. Originalität) die Essays reihten. In Rücksprache mit dem Philosophielehrer wurden dann folgende drei Sieger ermittelt:

1. Julian Hoffmann (8C)        Essay Thema 4
2. Semi Irhuesogie (8C)   Essay Thema 2
3. Fanny Kölbl (7A)   Essay Thema 1

Julian, Semi und Fanny dürfen daher das Ella Lingens Gymnasium beim diesjährigen Landeswettbewerb vertreten und beim Preisverleihungsworkshop am 23.2. mit dem Philosophen Thomas Mohrs (Linz) mitmachen.

Philosophie

Die Buchhandlung Freudensprung hat wieder Wunschbücher als Preise zur Verfügung gestellt. 

Wir gratulieren herzlich!

Dr. Paul Geiß

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